Histo-Bergcup in Lütterz: Nach einer Stunde war die Anmeldung voll

Der Histo-Bergcup zeigt, dass es im Motorsport nicht immer um Bestzeiten und Gewinnen gehen muss, um ein attraktives Erlebnis für Zuschauer und Teilnehmer zu bieten. Ziel war es, im elften Jahr in Folge, einem interessierten Publikum klassische Fahrzeuge zu präsentieren. Alles unter der Auffassung, dass „historische Autos besser auf der Piste fahren und brummen, als im Museum zu verstauben“, wie es der AC als Ausrichter in seinem Programmheft zusammenfasst.

Allgemein hat in den vergangenen Jahren die Bedeutung des klassischen Motorsports zugenommen. Es gibt noch Möglichkeiten für Otto Normalverbraucher mit begrenztem Budget, den Sport aktiv zu betreiben, ohne auf den sportlichen Fahrstil komplett verzichten zu müssen. Von dreistelligen Beträgen für Youngtimer bis zu siebenstelligen Beträgen für Oldtimer, die über Jahrzehnte massive Wertsteigerungen erfahren, wird man in jedem Segment fündig.

Offenes Reglement und Vereinsvorteile

Die Stärke des Histo-Bergcups liegt in seiner Vereinsstruktur begründet. „Wir waren dieses Jahr bereits eine Stunde nach Nennbeginn über unser Online-Nennportal ausgebucht“, erinnert sich Alexander Rehberg als Fahrtleiter der Veranstaltung. Verbandsveranstaltungen wie jene vom ADAC oder DMSB (Deutscher Motorsportbund) haben häufig sehr eng gesteckte Regularien und sind mit einem hohen Kostenaufwand verbunden. „Viele der Teilnehmer melden uns zurück, dass wir eine einmalige Veranstaltung dieser Art in ganz Deutschland aufstellen“, so Rehberg zu den Aussagen nach dem Bergcup. Dadurch spricht sich das Event im ganzen Land herum und es kommen immer mehr Stammteilnehmer über die Jahre zusammen. „Beschwerden gab es lediglich von manchen Startern über eine eingebaute Schikane, um die Autos abzubremsen“, so Rehberg.

Enorme Marken- und Modellvielfalt

Im knapp 170 Autos starken Teilnehmerfeld gab es so gut wie alles: angefangen von den Monoposto-Boliden der Formel Vau und Formel Opel aus der ersten Startgruppe bis zu diversen VW‑Golfs, den berühmten Audi Quattro, den Opel Kadetts oder den BMW‑E‑Baureihen, um nur einige der beliebtesten Modelle zu nennen. Auch internationale Marken – unter anderem Alfa Romeo, Nissan, Subaru, Fiat, Lancia, Mitsubishi, Toyota, Mazda, Ford, Lotus oder Rover – fanden sich im illustren Feld der Old- und Youngtimer wieder. Sie erstreckten sich von Baujahren der 1960er Jahre bis in die moderne Zeit der 2000er Jahre. Die Teilnehmer kamen nicht nur aus den umliegenden Kreisen, sondern sind mitunter von weit außerhalb der hessischen Grenzen angereist.

Der AC Lauterbach und die Feuerwehr Lütterz kann auf eine rundum gelungene Veranstaltung zurückschauen. Laut Daniel Habicht als stellvertretendem Fahrtleiter gab es nach dem Trainingstag am Samstag „bis auf ein Motorproblem und eine Beschädigung in Folge eines Drehers“ unter den Teilnehmern keine Probleme für den Sonntag. Auch die Witterung konnte einem gelungenen Bergcup nicht in die Quere kommen. „Aufgrund des angekündigten und einsetzenden Regens haben wir uns dazu entschieden, die Mittagspause etwas nach hinten zu schieben. Glücklicherweise gab es aber auch nach dem einsetzenden Regen keine größeren Zwischenfälle“, fasst Alexander Rehberg als Fahrtleiter den Sonntag zusammen, der das Teilnehmerfeld ausdrücklich lobt. Alle fünf Startgruppen konnten wie geplant mehrfach über den Kurs mit drei Zuschauerzonen fahren und wurden anschließend im Konvoi zurück zum Startbereich geleitet.

Zum Gelingen der Veranstaltung waren neun Marshallposten mit Sportwarten und freiwilligen Helfern aus befreundeten Motorsportclubs doppelt besetzt sowie Dutzende Bedienstete aus Rettungsdienst, Feuerwehr sowie Polizei im Einsatz. Auch 2027 wird es dann wieder heißen: Der Berg ruft


Autor: Daniel Habicht vom Automobilclub Lauterbach e.V