Gemeinde setzt sich für ausreichendes Platzangebot auf der RB45 ein
Insbesondere in den ersten Wochen zu Beginn des neuen Schuljahres 2026/2027 haben sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, insbesondere Eltern von Schülerinnen und Schülern sowie Berufspendlerinnen und -pendler, über wiederkehrende Kapazitätsprobleme auf der Regionalbahnlinie RB45 in Richtung Fulda beschwert. Betroffen ist vor allem die morgendliche Verbindung mit Abfahrt in Lauterbach um 06:47 Uhr und planmäßiger Ankunft in Großenlüder um 07:05 Uhr.
Nach den Schilderungen der Fahrgäste verkehrte der Zug wiederholt nur mit einem Wagen beziehungsweise mit deutlich zu geringer Kapazität. Dadurch konnten in Großenlüder und am folgenden Halt in Oberbimbach mehrfach nicht alle wartenden Personen zusteigen. Für Schülerinnen und Schüler führte dies teilweise zu verspäteten Ankünften in Fulda oder dazu, dass sie von ihren Eltern mit dem Auto gebracht werden mussten.
Bürgermeister Florian Fritzsch hatte die Beschwerden zum Anlass genommen, sich schriftlich an die Geschäftsführung der Hessischen Landesbahn GmbH (HLB) zu wenden. Er bat um Aufklärung zu den Ursachen, zur Dauer der Einschränkungen sowie zu möglichen Ersatz- und Ausfallkonzepten.
Die HLB teilte in ihrer Stellungnahme vom 20. Oktober 2026 mit, dass die Probleme im Wesentlichen auf eine unzureichende Fahrzeugverfügbarkeit zurückzuführen seien. Bei mehreren neueren Dieseltriebzügen seien Motor- und Getriebeschäden aufgetreten. Zudem hätten Bahnübergangsunfälle sowie eine beschädigte Seitenscheibe weitere Fahrzeuge vorübergehend außer Betrieb gesetzt. Da sich einige Fahrzeuge noch in der Gewährleistung befinden, sei die HLB bei der Instandsetzung teilweise auf die Hersteller und Lieferanten angewiesen.
Um die Fahrzeugreserve kurzfristig zu stärken, habe die HLB bereits ein Fahrzeug aus einer Vermietung zurückgeholt. Außerdem würden Reparaturen mit hoher Priorität vorangetrieben. Durch anstehende Streckensperrungen und die damit vorübergehend frei werdenden Fahrzeuge werde sich die Fahrzeugverfügbarkeit nach Einschätzung der HLB voraussichtlich verbessern. Eine Fortsetzung der wiederholten Kapazitätsreduzierungen in dieser Form sei daher nicht zu erwarten.
Bei absehbaren Engpässen prüft die HLB eine Umverteilung vorhandener Fahrzeuge zugunsten besonders stark nachgefragter Verbindungen, insbesondere im Schülerverkehr. Ein kurzfristiger Ersatz durch Busse sei in den Morgenstunden allerdings schwierig, da die regional verfügbaren Busunternehmen stark ausgelastet seien. Bei länger andauernden oder planbaren Einschränkungen sollen ergänzende Busverkehre geprüft und die betroffenen Fahrgäste über die bekannten Informationskanäle informiert werden.
Die Gemeinde wird die weitere Entwicklung aufmerksam beobachten und Rückmeldungen aus der Bürgerschaft weiterhin aufnehmen. Entscheidend bleibt, dass die morgendliche Verbindung der RB45 zuverlässig und mit ausreichender Kapazität angeboten wird.
