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Landkreis Fulda ist für den Bundespreis
„Blauer Kompass“ nominiert Jede Stimme zählt
Das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt suchen die besten Projekte zum Umgang mit Klimafolgen wie Hitze, Dürre und Starkregen – und der Landkreis Fulda ist mit seinem Starkregenfrühalarmsystem unter den besten 25 Projekten. Vom 16. bis 23. Juni können Bürgerinnen und Bürger für das Projekt abstimmen und dem Landkreis Fulda ihre Stimme geben.
Das Interesse am Preis war enorm: 488 Projekte haben in diesem Jahr ihre Bewerbung eingereicht. Der Landkreis ist nun unter den 25 besten Projekten und hofft auf viele Stimmen der Öffentlichkeit. Zwischen dem 16. Juni und 23. Juni kann die Öffentlichkeit entscheiden, welches von den 25 nominierten Projekten den Community-Preis des Bundespreises „Blauer Kompass“ erhält. „Wir freuen uns sehr, wenn möglichst viele Menschen für unser innovatives Projekt abstimmen“, erklärt Ramona-Margarita Ruppert, Projektkoordinatorin beim Landkreis Fulda.
Das Starkregenfrühalarmsystem ist seit 2024 im gesamten Gebiet des Landkreises Fulda im Einsatz – als deutschlandweit Erstes seiner Art. Ziel aller 23 Städte und Gemeinden und des Landkreises ist es, sich gegen die Folgen des Klimawandels in Form von Starkregen und Sturzfluten zu wappnen. Für das Projekt wurden mehr als 180 Sensoren an Gewässern, in Kanälen und an öffentlichen Gebäuden verbaut, die in Echtzeit Wasserstände, Abflussmengen und Niederschlag messen. Die gewonnenen Daten werden in eine Cloud übertragen, dort durch KI-Algorithmen ausgewertet und mit Daten der Wetterdienste ergänzt. Daraus werden konkrete Alarmierungen und Prognosen zur Überflutungswahrscheinlichkeit erstellt, die Behörden, Einsatzkräfte und Bürgerinnen und Bürger über eine App sowie weitere Kanäle frühzeitig warnen und alarmieren.
„Die Warnungen stehen bei dem System im Fokus. Unser Ziel ist, die Menschen frühzeitig zu warnen, damit sie ihr Hab und Gut und im äußersten Notfall auch sich selbst in Sicherheit bringen können. Bei Starkregen und Sturzfluten zählt jede Minute“, erläutert Ramona-Margarita Ruppert. Aktuell können Warnungen bis circa 60 Minuten vor Eintreffen der Sturzfluten ausgesprochen werden. Durch die lernende KI werden diese Vorwarnzeiten von Jahr zu Jahr erheblich verbessert, wodurch wertvolle Zeit gewonnen wird.
Auch für die Verwaltungen und Rettungskräfte bietet das System zahlreiche Vorteile: „Es ermöglicht uns, dass wir vor die Lage kommen und noch frühzeitiger warnen können“, betont Adrian Vogler, Kreisbrandinspektor des Landkreises Fulda. Den Einsatzkräften stehen zusätzliche Monitoring-Funktionen, eine digitale Alarm- und Einsatzplanung sowie eine Starkregen-Hot-Spot-Karte mit Fließgeschwindigkeiten und Fließtiefen zur Verfügung. Und statt großräumigen Warnungen sind dank des Systems Alarmierungen für einzelne Ortsteile möglich, sodass gezielt reagiert werden kann. Am Grumbach in Dirlos zum Beispiel können vor Eintreten der Sturzfluten Hochwasserschutzbarrieren aufgebaut werden, um die Bürgerinnen und Bürger zu schützen.
„Stimmen Sie für unser Projekt ab! Mit dem Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro möchten wir das System immer weiterentwickeln und vor allem weiter die Werbetrommel rühren, damit möglichst viele Menschen bei Starkregen und damit einhergehen Sturzfluten rechtzeitig gewarnt werden, um ihr Hab und Gut, aber vor allem Leib und Leben zu schützen“, betonen Ruppert und Vogler.
Neben dem Community-Preis wird auch eine Expertenjury aus den verbliebenen 24 nominierten Projekten am 02. Juli 2026 ein Gewinnerprojekt aus jeder der fünf Kategorien auswählen. Der Landkreis Fulda tritt dabei in der Kategorie „Kommune“ an.
Link zur Abstimmung für den Landkreis Fulda:
https://www.umweltbundesamt.de/form/voting-blauer-kompass

Grafik: Spekter
Der Landkreis Fulda ist mit seinem Starkregenfrühalarmsystem für den Bundespreis „Blauer Kompass“ nominiert. Die App zeigt links eine Karte, die die Pegel anzeigt und rechts den Pegel am Grumbach in Künzell mit seinen Leveln. Die App warnt Einsatzkräfte, Verwaltung, aber auch Bürgerinnen und Bürger bei Hochwasser und Sturzfluten in Folge von Starkregen.

Foto: Jutta Schäfer, Lisa Laibach, Sebastian Mannert, Gemeinde Künzell
Das Bild zeigt eine Kreuzung in Künzell-Dirlos, links nach einem Starkregen, rechts ohne. Unten rechts sieht man den Sensor, der den Pegel des Wasserlaufs Grumbach überwacht. Ist eine gewisse Hochwasserschwelle erreicht, wird die Feuerwehr alarmiert, um eine Hochwasserschutzbarriere zu errichten (Bild Mitte).

Lisa Lai
Foto: Gemeinde Künzell
Bei rechtzeitiger Warnung haben Bürgerinnen, Bürger und Einsatzkräfte die Möglichkeit, rechtzeitig zu reagieren und zum Beispiel Hochwasserschutzbarrieren zu errichten.

Foto: Landkreis Fulda
Ein Sensor an einem Gewässer in Oberkalbach. Er misst den Pegel des Gewässers, und die gewonnenen Daten werden in eine Cloud übertragen, dort durch KI-Algorithmen ausgewertet und mit Daten der Wetterdienste verschmolzen.

Foto: Landkreis Fulda
Ein Sensor an einem Kanaldeckel, der Abflussmengen misst.

Foto: Landkreis Fulda
Der Sensor ist auf einem Dach in Bad Salzschlirf angebracht und misst den dortigen Niederschlag.
