Beweidung am Langenberg beginnt – Hinweise für Wanderer und Radfahrer

Ab dem 25. Juli 2026 starten die Beweidungsarbeiten an den Wegrändern am Langenberg in Großenlüder. Die Familie Galandt/Sohmen vom Baiersch Hof in Bad Salzschlirf bittet daher alle Wanderer und Radfahrer um ihre Mithilfe.

Für die Dauer von rund 14 Tagen werden die Tore entlang des Fahrweges am Langenberg geschlossen. Der ausgewiesene Wanderweg ist von dieser Maßnahme nicht betroffen und kann weiterhin uneingeschränkt genutzt werden. Die Metalltore sind jederzeit passierbar: Sie können mithilfe der angebrachten Ketten mit Karabinern geöffnet und wieder geschlossen werden – die Ketten sind ausdrücklich nicht abgeschlossen. Die Familie Galandt/Sohmen bittet jedoch darum, die Tore nach dem Durchgang ordnungsgemäß zu schließen sowie die Weidetiere nicht zu bedrängen.

Ein besonderes Naturparadies

Der Langenberg ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel mit weitem Blick über das Fuldaer Land zur Rhön – er ist auch ökologisch von herausragender Bedeutung. Als größter und mit 376 Metern höchster der Kalkberge im Bereich Vogelsberg beherbergt er einen einzigartigen Lebensraum: Ausgedehnte Kalkhalbtrockenrasen, durchsetzt mit Hecken, Grünland und kleineren Waldflächen, bilden einen strukturreichen Biotopkomplex mit bemerkenswertem Orchideenreichtum sowie einer großen Artenvielfalt bei Tagfaltern und Vögeln.

Dass dieser Naturraum bis heute erhalten ist, ist nicht zuletzt einer jahrhundertelangen Tradition der Beweidung durch Schafe und Ziegen zu verdanken – einer Praxis, die bis in die Gegenwart fortgeführt wird. Seit nunmehr mehr als 20 Jahren sorgen die Ziegen der Familie Sohmen dafür, dass die offenen Kalkstandorte nicht verbuschen und ihre ökologische Vielfalt bewahren.

Bereits vor 27 Jahren, im Jahr 1999, erkannte die Obere Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums Kassel die besondere Schutzwürdigkeit des Gebietes an und wies rund 46 Hektar als Naturschutzgebiet „Kalkberge bei Großenlüder" aus. Seit 2008 gehört das Gebiet darüber hinaus zum europäischen Schutzgebietsnetz NATURA 2000 – als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet, das die überregional bedeutsamen Vorkommen der Kalk-Halbtrockenrasen für kommende Generationen sichern soll.

Die Beweidung ist damit weit mehr als Landwirtschaft: Sie ist aktiver Naturschutz – und ein Grund, weshalb der Langenberg zu den schönsten und artenreichsten Flecken unserer Region zählt.

Wir danken der Familie Galandt/Sohmen herzlich für ihr langjähriges Engagement und bitten alle Besucherinnen und Besucher um Rücksicht während der Beweidungszeit.